Nachrichten-Archiv

05.06.2014

Video-Tipp: Atemschrittmacher gegen Schlafapnoe

Das Gesundheitsmagazin rbb Praxis berichtete am 04.06. über eine neue Therapiemethode gegen Schlafapnoe, die derzeit am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg getestet wird.
Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg - Aktuelles - Nachrichten - Therapie bei Schlafapnoe - Christian Butter

Viele kennen die beängstigende Stille, wenn der Partner im Schlaf plötzlich aufhört zu atmen. Beim sogenannten Schlafapnoe-Syndrom, auch SAS genannt, wird die Atemmuskulatur unzureichend vom Gehirn gesteuert, wodurch die Atmung für eine ungewöhnlich lange Dauer aussetzt.

Was für die Betroffenen zunächst oft unbemerkt bleibt, kann zu einer ganzen Reihe von Folgeschäden führen. Die nächtlichen Atemaussetzer beeinträchtigen die Sauerstoffversorgung, wodurch am Tag oft extreme Müdigkeit, Konzentratonsschwächen, Vergesslichkeit und sogar Angstzustände auftreten können. Vor allem für Menschen mit Herzschwäche kann dies auf Dauer eine ernsthafte Verschlechterung ihres Zustandes bedeuten, weil das Herz nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und dadurch deutlich weniger belastbar ist.

Die bisherige Standardtherapie ist eine Atemmaske, die über einen Schlauch mit einem Gebläse verbunden ist, das einen leichten Überdruck von 5 bis 20 Millibar erzeugt. Das verhindert das Erschlaffen der oberen Atemwege. Obwohl sich diese Behandlungsmethode in 90% der Fälle erfolgreich zeigt, ist sie für viele Betroffene nicht praxistauglich, denn das Gerät stört beim Schlafen und trocknet die Mundhöhle aus.

Für diese Patienten gibt es jetzt neue Hoffnung: Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg testet derzeit einen Atemschrittmacher, der in der Nähe des Zwerchfells, dem zentralen Atemmuskel, implantiert wird. PD Dr. med. Christian Butter, Chefarzt der Abteilung Kardiologie, erklärt im Video-Beitrag die Technik: Um die Atmungsaktivität im Schlaf zu überprüfen, wird eine Elektrode in unmittelbarer Nähe des Zwerchfells eingesetzt. Bei Bedarf übermittelt eine zweite Elektrode einen elektrischen Impuls an das Nervensystem, durch dessen Stimulation die Atmung wieder aktiviert wird. 

Gegenüber der Atemmaske bringt diese Behandlungsmethode einige Vorteile mit sich, denn der Schrittmacher wird durch einen minimalinvasiven Eingriff verpflanzt und stellt keinerlei Beeinträchtigungen mehr beim Schlafen dar. Ersten Patienten konnte auf diese Weise schon geholfen werden. Dr. Butter erhofft sich nun aus der laufenden Studie noch weitere positive Ergebnisse um noch mehr Menschen mit dieser Therapiemethode helfen zu können.

Sie finden den Beitrag in der Mediathek des rbb

 
 
 
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