Andachten

Hier finden Sie die Gedanken zu Bibeltexten von den Seelsorgern der Immanuel Albertinen Diakonie zum Innehalten, als Inspiration oder zum Nachdenken.

30.05.2010

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht."

Andacht zu Hebräer 11,1 von Pastor Bernhard Storek

Das ist eine fast philosophische Definition, was denn Glauben ist. Glaube hat es mit dem Unverfügbaren, Unsichtbaren, Transzendenten, Nichterklärbaren zu tun. Und doch sind da Wirkungen, Erfahrungen, Fügungen, von denen Menschen den Eindruck haben, dass sie keine Zufälle sein können. Die Frage entsteht, was für ein Sinn oder was für eine Macht steht hinter allem? Oder doch keine?

Pfingsten hat es in besonderer Weise mit Wirkungen des Unsichtbaren zu tun. Da warten die Jünger, wie Jesus es ihnen nach seiner Auferstehung gesagt hatte, in einem Raum in Jerusalem auf ein mysteriöses Ereignis. Der auferstandene und zu Gott erhöhte Christus wollte in einer ganz neuen, unsichtbaren Art zu seinen Anhängern kommen. Sie sollten auf den Tröster, den Heiligen Geist warten. Der würde nach einiger Zeit, es waren dann 50 Tage nach Ostern, zu ihnen kommen. Er würde sie an alles erinnern, was Jesus gesagt hatte, und würde ihnen eine überirdische Kraft verleihen. Pfingsten war dann dieses Ereignis, dass die Jünger mit dem Geist Gottes erfüllt wurden. Die unmittelbare Wirkung: Mutig gingen sie auf die Straßen von Jerusalem und predigten von Jesus und luden zum Glauben ein. 3000 Menschen ließen sich an dem Tag taufen. Es entstand die erste christliche Gemeinde.

Die Wirkung des Geistes Gottes ist bis heute zu spüren. Etwa die Hälfte der Menschheit bekennt sich zum Christentum. Kirche, Gemeinde lebt und wächst weiter, auch wenn kirchliche Institutionen in der Geschichte viel Schuld auf sich geladen haben und es bis heute tun. Aber das ist eben nicht gleich zu setzen: Kirche als Institution und der christliche Glaube, den Christen und Gemeinden weiter zu sagen haben.

Pfingsten heute: In der Immanuel Klinik Rüdersdorf kommen Menschen teilweise von weit her zum Gottesdienst, weil sie während ihres Klinikaufenthalts Erfahrungen mit einer höheren, unsichtbaren Macht gemacht haben. Im Gottesdienst, in Gesprächskreisen und Einzelgesprächen erlebten sie, wie sie von einem anderen Geist erfüllt und ermutigt wurden, wie sie neuen Lebensmut gewannen. Und so kamen sie weiter zum Gottesdienst. Und es entstand der Wunsch, eine eigene kleine Gemeinde in der Klinik zu gründen. So befinden wir uns nun mit Unterstützung der Trägergemeinde Schöneberg in einer Gründungsphase, die in nächster Zeit zur Gründung einer Stationsgemeinde führen wird.

Pfingsten heute: Gestern Abend sprechen wir innerhalb Therapeutischen Bibelgesprächs über Psalm 23, Der Herr ist mein Hirte. Eine stark behinderte Frau wählt sich den ersten Vers aus, der sie besonders berührt: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Ich frage, was das für sie bedeutet, wo sie doch von Geburt an schwer behindert ist? Sie sagt: Ohne die Kraft von oben hätte ich es nicht geschafft, die körperlichen Schmerzen und die seelischen Kränkungen durch andere Menschen zu ertragen. Und dabei verströmte sie eine Kraft und Lebensfreude, die uns alle angesteckt hat.

Der Spruch für Pfingsten lautet: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4.6)

Bernhard Storek, Krankenhausseelsorger in der Immanuel Klinik Rüdersdorf

Wenn Sie zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen oder mit mir darüber diskutieren möchten, dann schreiben Sie mir: b.storek@immanuel.de

 
 
 
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