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06.11.2008

Neue Wege zum Herzen - Interview mit Prof. Dr. med. Albes

Alljährlich veranstaltet die Deutsche Herzstiftung im November eine bundesweite Informationskampagne rund um das Herz. Mit steigender Lebenserwartung nehmen auch die altersbedingten Herzklappenfehler zu. Besonders oft mussten von daher verengte Aortenklappen bei älteren Menschen herzchirurgisch versorgt werden.

Während für Patienten mit Herzinfarkt viele Informationen gut aufbereitet vorliegen, ist dies für Patienten mit einem Herzklappenfehler nicht der Fall. Deshalb beschäftigt sich die diesjährige bundesweite Kampagne mit „Herzklappenerkrankungen, Klappenoperationen und der Gerinnungshemmung”.

Auch das Herzzentrum am Evangelisch-Freikirchlichen Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg in Bernau beteiligt sich an diese Kampagne unter dem Motto „Neue Wege zum Herzen“. Auf einer Großbildleinwand werden für Brandenburger und Berliner Live-Operationen gezeigt. Dazu werden gut verständliche Vorträge gehalten. Spannende Unterhaltung wird mit Wissensvermittlung und Aufklärung verbunden. Prof. Dr. Albes ist Chefarzt der Herzchirurgie am Herzzentrum Brandenburg ist u. a. Spezialist für den Herzklappenersatz und erläutert die Veranstaltung näher.

Herr Prof. Albes - wo sehen Sie noch am meisten Aufklärungsbedarf, wenn es ums "Herz" geht?

Es wird immer noch in der Bevölkerung zu wenig auf das Herz geachtet, wie wir es auch hier in Brandenburg erleben. Die Menschen gehen zu spät zum Arzt. Beschwerden und Schmerzen werden zu lange toleriert. Das führt dazu, das Herzerkrankungen erst zu einem Zeitpunkt erkannt und therapiert werden, an dem bereits ein unumkehrbarer Schaden eingetreten ist. Ganz besonders unglücklich ist die Situation, wenn als erste Maßnahme eine Notfallbehandlung erfolgen muss. Dann ist nicht nur die Behandlung selbst sehr risikoreich. Auch die Prognose ist schlechter als sie bei rechtzeitiger Behandlung hätte sein können. Frühzeitige Aufklärung tut also Not.

Welche Besonderheiten gibt es dieses Jahr während des Tages des Herzzentrums Brandenburg und bei den Liveoperationen?

Der diesjährige Tag des Herzzentrums steht im Zeichen der ganzheitlichen Behandlung. Neben der eigentlichen medizinischen Therapie stellen wir auch die zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen vor. Bei den vielen schwerkranken Menschen, die wir gegenwärtig behandeln, sind Unterstützungsmaßnahmen ganz wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Die Liveoperationen verdeutlichen die schon heute möglichen Behandlungsstrategien bei Erkrankungen der Hauptschlagaderklappe. Sowohl aus dem Operationssaal als auch aus dem Herzkatheterlabor werden wir spektakuläre, hochmoderne Verfahren der Behandlung zeigen. Wir werden z. B. einen Aortenklappenimplantation und einen Minimal-Invasiven Aortenklappenersatz zeigen. Generell werden durch den Einsatz modernster Technik die Eingriffe für den Patienten immer schonender.

Wodurch unterscheidet sich das Herzzentrum Brandenburg von anderen Herzzentren?

Das Herzzentrum Brandenburg ist mit seiner Spitzenmedizin in ein Krankenhaus der Grundversorgung eingebettet. Gerade hierin liegt ein Vorteil für unsere Patienten, die vielfach Nebenerkrankungen aufweisen. Wir sind somit in der Lage, unverzüglich Diagnostiken und Therapien für Krankheiten durchzuführen, die neben der Herzerkrankung vorliegen oder auch erst im Rahmen des Aufenthaltes entstehen. Der Patient muss dafür nicht in ein anderes Krankenhaus transportiert werden. Es gelingt also, die Spitzenmedizin im normalen Umfeld zu verankern und allen Patienten zur Verfügung zu stellen. Auch kann gerade durch den ganzheitlichen Behandlungsansatz, d. h. die Zusammenarbeit von Ärzten, Pflege, Psychologie und Seelsorge den Bedürfnissen unserer zunehmend älteren Patienten mit ihren z. Teil schwerwiegenden Nebenerkrankungen in unserem Haus individuell entsprochen werden. Unsere hauseigenen Spezialisten behandeln interdisziplinär im gleichen Haus, bspw. Gallensteinleiden, Magengeschwüre oder führen Dialysen durch. Dies ist in Brandenburg einmalig und auch für Berliner Patienten interessant.

In welchem Bereich sind Sie spezialisiert Herr Prof. Albes?

Ich bin Herzchirurg, Thoraxchirug und Gefäßchirurg. Mein besonderes Augenmerk gilt den wiederherstellenden Klappenoperationen, also der Reparatur. Dies führen wir mittlerweile auch zunehmend minimal-invasiv, also mit deutlich kleineren Schnitten durch. Auch kümmere ich mich fußend auf meinen Erfahrungen in der Lungen- und Gefäßchirurgie um Patienten, die eine Kombination einer Herzerkrankung mit einem Lungenleiden oder auch einer Gefäßerkrankung aufweisen und die eine gleichzeitige oder eng gekoppelte Therapie benötigen.

Vielen Dank

Dr. Carsten Kolbe-Weber

 
 
 
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