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21.07.2008

Neue Herzklappe durch Schlüssellochtechnolgie

Erstes Herzzentrum in Berlin-Brandenburg wendet neues Verfahren an

Als erstes Herzzentrum in Berlin und Brandenburg führte das Herzzentrum Brandenburg am Evangelisch-Freikirchlichen Krankenhaus in Bernau den erfolgreichen Ersatz einer Herzklappe mittels eines Katheters über die Leistenbeuge aus. Bei allen fünf Patienten verlief der Eingriff am 17.07.2008 komplikationsfrei und reibungslos ab. Der Eingriff wird bei altersbedingten Verengungen der Aortenklappe durchgeführt, wenn geeignete anatomische Voraussetzungen vorliegen.

Der Eingriff empfiehlt sich insbesondere wenn auf Grund von Begleiterkrankungen wie Diabetes, Lungenfunktionsstörungen und Schlaganfall ein herzchirurgischer Eingriff ein zu hohes Risiko darstellt. Gerade für ältere Menschen kann das Verfahren somit eine echte Innovation und schonende Alternative darstellen.

„Die Älteste“ der fünf operierten Patienten ist 83 Jahre alt. Sie hat den Eingriff hervorragend gemeistert und saß bereits heute Morgen am Frühstückstisch. In der nächsten Woche wird sie nach Hause entlassen werden. „Üblicherweise wird bei den herkömmlichen Eingriffen der Brustkorb geöffnet und eine Herz-Lungenmaschine eingesetzt. Anschließend sind i. d. R. ein zweitägiger Aufenthalt auf der Intensivstation sowie ein bis zu drei Wochen dauernder Krankenhausaufenthalt notwendig. Dieses neue Verfahren ist ein besonders schonender Eingriff. Die Lebensqualität der Patienten wird schnell und nachhaltig erhöht“, so der Chefarzt der Abteilung für Kardiologie Priv. Doz. Dr. Christian Butter am Evangelisch-Freikirchlichen Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg in Bernau.

Die verwendeten Klappen bestehen aus einer Drahtgeflechthülse mit einer Länge von vier Zentimetern und einem Durchmesser von zwei Zentimetern. Sie werden über einen nur 6 mm großen Schnitt in der Leiste über die Aorta zum Herzen geschoben. Nach der Erweiterung der alten Klappe wird die neue wie ein Fallschirm aufgefaltet und verankert. Weltweit wurden bisher rund 1000 Klappen dieser Art eingesetzt. Die Erfolgsrate der Eingriffe liegt bei 97%.

Das Herzzentrum wurde für den Einsatz von einem externen Expertengremium ausgewählt. Damit werden sowohl der innovative Charakter des Herzzentrums, und seines Trägers, als auch die sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit gewürdigt. Alle beteiligten Ärzte des Herzkatheterlabors, der Herzchirurgie und Anästhesie sowie die Pflegekräfte wurden für die perkutanen Aortenklappenimplantationen speziell trainiert und geschult. Zur Sicherheit der Patienten werden während der Eingriffe herzchirurgische Leistungen sowie eine Herz-Lungenmaschine und eine umfangreiche Logistik vorgehalten. Im Spätsommer wird der nächste Schwerpunkttag für diesen Eingriff durchgeführt.

Das Evangelisch-Freikirchliche Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg versorgt kardiologisch und herzchirurgisch große Teile Brandenburgs bis hin nach Berlin. Die Spezialisten behandeln jährlich rund 4.750 Patienten und führen pro Jahr ca. 1.400 Herzoperationen am offenen Herzen durch. Die Eingriffe umfassen beispielsweise alle Bypassverfahren, Herzklappenoperationen und Operationen an der Hauptschlagader.

 
 
 
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