Andachten

Hier finden Sie die Gedanken zu Bibeltexten von den Seelsorgern der Immanuel Albertinen Diakonie zum Innehalten, als Inspiration oder zum Nachdenken.

30.08.2011

„Jesus Christus spricht: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan."

Andacht zum Spruch Matthäus 7,7 von Diakon Marc Stamm

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

bitten, suchen, anklopfen – drei Aufforderungen, die erfüllt werden. Der biblische Zusammenhang beschreibt die Erhörung von Gebeten. Jesus macht seinen Jüngern Mut, vor Gott im Gebet zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Damals Zurzeit Jesu war es wohl üblich, dass das Betteln nach einem solchen Schema verlief: Zunächst sprach ein Bettler einen potentiellen Gönner an und bat ihn um Hilfe. Dabei ging es sowohl um normale Almosen, als auch um Rechtsbeistand oder alltägliche Dinge. Ging dieser nicht auf die Bitte ein, suchte der Bettler ihn auf. Er lief ihm hinterher. Wenn auch dieser Einsatz nicht von Erfolg gekrönt wurde, weil sich der Angesprochene in sein Haus retten konnte, wurde an dessen Tür geklopft.

Wer kann so ein engagiertes Hilfegesuch eines Menschen noch ablehnen? Fallen Ihnen auch Beispiele aus unserer Zeit ein? Vielleicht ein Patient, der bittet, Sie aufsucht und an Ihre Tür klopft, um von Ihnen Rat und Unterstützung zu bekommen. Ihr Kind oder ein Freund. Oder ein Fremder, der Sie im Urlaub oder in der Fußgängerzone angesprochen hat?

Jesus fordert in seiner Rede zur Beharrlichkeit im Gebet auf. Wir dürfen Gott mit unseren Anliegen in den Ohren liegen. Wie intensiv das Gebet sein soll, sagt Jesus nicht. Aber es wird deutlich, Gott hört unsere Gebete und wir sind ihm wichtig – mit all unseren Anliegen. In wie weit nun eine Erfolgsstrategie daraus abzuleiten ist, führt zu einer unendlichen Diskussion. Daher stelle ich mir folgende Fragen: In welcher Situation bin ich zu welcher Hilfe fähig? Kann und will ich immer helfen? Grundsätzlich helfe ich gern, aber zu jeder Zeit, in jeder Situation? Wenn ich ehrlich bin, merke ich, wie schnell ich mich abgrenze und Distanz schaffe. Gott grenzt sich nicht ab, er schafft keine Distanz. Er nimmt unsere Bitten, unser Suchen und unser Anklopfen ernst. Und er reagiert darauf! Probieren Sie es doch mal aus.

Es grüßt Sie herzlich,

Marc Stamm

Krankenhausseelsorger
Immanuel Krankenhaus Berlin, Standort Wannsee

Wenn Sie zu diesem Artikel Ihre Erfahrung und Meinung sagen oder mit mir darüber diskutieren möchten, dann schreiben Sie mir: m.stamm@immanuel.de

 
 
 
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