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23.02.2024

Neue Studie zur Herzschwäche: Ultraschall hilft, Behandlung zu verbessern

Daten werden an MHB-Unikliniken im Verbund und an einem Lehrkrankenhaus erhoben. Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg macht den Auftakt.

MHB-Studentin Charlotte Du Chesne, Arzt in Weiterbildung Jonathan Nübel und MHB-Student Simon Seitz (von links) testen mit Patientin Ingrid Duve die neue Methode für die Studie

Lica Michel, Gesundheits- und Krankenpflegerin Charlotte Du Chesne, Studentin MHB, Simon Seitz, Student MHB, Saskia Klawa, Gastwissenschaftlerin MHB, Karin Jaensch, Mindray Medical Germany, Marcel Walther, Mindray Medical Germany, Univ.-Prof. Dr. Christian Butter, Chefarzt der Abteilung Kardiologie, Thomas Goltz, Mindray Medical Germany, Jonathan Nübel, Arzt in Weiterbildung Abteilung Kardiologie (von links)

Herzschwäche ist eine häufige Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Das Herz pumpt dann zu schwach, um den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Dies kann zu verschiedenen Beschwerden führen, wie beispielsweise Luftnot, Müdigkeit und Wassereinlagerungen in den Beinen. In Brandenburg ist der Anteil der über 65-Jährigen mit 25 Prozent überdurchschnittlich hoch. Das führt dazu, dass Brandenburg eine der höchsten Krankenhausaufnahmeraten aufgrund einer Herzinsuffizienz in Deutschland aufweist.

Ein interdisziplinäres Team von Forschenden und Ärztinnen und Ärzten aus vier MHB-Kliniken untersucht nun eine neue schonende Methode, um die Behandlung der Herzschwäche zu verbessern. Das neue Verfahren nutzt Ultraschall, um ein Bild von den Organen im Körper zu erstellen. Anhand dieser Aufnahmen können Ärztinnen und Ärzte erkennen, ob sich im Körper zu viel Flüssigkeit angesammelt hat. Beteiligt sind an der Studie die Uni-Krankenhäuser der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) in Bernau, Neuruppin, Brandenburg an der Havel sowie das Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg, akademisches Lehrkrankenhaus der MHB.

Neben der Behandlung der Ursachen einer Herzschwäche besteht die Therapie darin, das Herz zu entlasten und entwässernde Medikamente zu verabreichen. Diese Medikamente helfen dabei, überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper über die Nieren zu entfernen. Allerdings besteht dabei das Risiko, dass die Nieren überlastet werden und im schlimmsten Fall versagen können. 

Patientinnen und Patienten sollen vor Komplikationen geschützt werden

„Unser Ziel ist es, die Patient:innenversorgung nachhaltig zu verbessern. Unser Forschungsschwerpunkt an der MHB ist die Medizin des Alterns. Wir konzentrieren uns darauf, schonende Behandlungsmethoden für Patient:innen mit Herzschwäche zu entwickeln, um sie vor schwerwiegenden Komplikationen wie zum Beispiel einer akuten Nierenschädigung zu schützen“, so Prof. Anja Haase-Fielitz, Wissenschaftskoordinatorin der Abteilung für Kardiologie am Herzzentrum in Bernau. Die Vermeidung von Komplikationen ist umso wichtiger, da viele ältere Patient:innen bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion haben. Ein zusätzlicher akuter Nierenschaden, zum Beispiel durch eine zu schnelle oder zu rasche Flüssigkeitsentfernung, wäre für sie mit einem hohen Risiko für eine Dialyse verbunden. 

Die neue Studie übernimmt mit dem ultraschallbasierten Bewertungssystem Venous Excess UltraSound-Score (VExUS-Score) ein intensivmedizinisches Konzept, indem Flussprofile der Organe mittels Ultraschall schmerzfrei gemessen werden. So können Informationen zum Grad der Flüssigkeitsüberladung im Körper der Patientiennen und Patienten gewonnen werden. Mittels einer überall und jederzeit durchführbaren und nicht invasiven Methode zur Überprüfung des Volumenstatus lässt sich das Risiko von Überwässerung und schädlicher Austrocknung sofort erkennen. So kann eine Verschlechterung der Nierenfunktion vermieden werden. Gleichzeitig erlaubt es eine feinere und zielgerichtetere Steuerung der Therapie.

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung von Mindray-Medizintechnik. Gemeinsam mit Unternehmen neue Versorgungsstrategien zu entwickeln und zu erforschen, ermöglicht uns Innovation wie die Ultraschallbildgebung an das Patient:innenbett zu bringen, um so genauere Aussage über unsere Therapiestrategien zu treffen“, sagt Jonathan Nübel, Arzt in Weiterbildung und Initiator der Studie. Die Ultraschallmessungen am Patient:innenbett sollen auch dabei helfen, den optimalen Zeitpunkt der Entlassung der Patient:innen zu ermitteln. Dies ist von besonderer Bedeutung, da frühzeitige Entlassungen zu einem schlechteren Behandlungsergebnis führen können. Die Zusammenarbeit der vier Krankenhäuser ermöglicht zudem eine breitere Datenerhebung. 

Universitätsklinikum im Verbund entwickelt innovatives Forschungsprojekt

Prof. Christian Butter, Chefarzt der Kardiologie am Herzzentrum in Bernau: „Die Studie ist auch ein starkes Signal an die Politik. Als Universitätskliniken im Verbund bilden wir nicht nur gemeinsam unseren ärztlichen Nachwuchs aus, sondern entwickeln auch innovative Forschungsprojekte. Das neben der Krankenversorgung zu realisieren, gelingt nur durch herausragendes Engagement aller.“ Die Untersuchung biete somit eine umfassende Perspektive auf die Übertragbarkeit der Ultraschallmessungen auf die akute Herzschwäche. 

„Wir freuen uns sehr über die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit unserer Universitätsklinika und Institute sowie über den baldigen Start des Forschungsprojektes. Unter der Koordination des Zentrums für Klinische Studien bringt das Projekt wichtige Einrichtungen der MHB wie das BIKUS (Brandenburgisches Institut für Klinischen Ultraschall), das Institut für Biochemie und das Institut für Biometrie mit unseren akademischen Lehrkrankenhäusern und Universitätsklinika zusammen“, so Prof. Hans-Uwe Simon, Präsident der MHB. Der Verbund ermögliche es, gemeinsame Stärken gezielt einzusetzen. „Besonders stolz sind wir darauf, dass dieses Projekt von einem unserer ehemaligen Studierenden aus dem Gründungsjahrgang der MHB initiiert wurde. Es zeigt, wie wir an der MHB den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und es ermöglichen, Forschungskarrieren aktiv mitzugestalten", so Prof. Simon weiter.

Neben den vier Kliniken nehmen renommierte Experten wie Prof. Christian Jenssen (Präsident der Europäischen Ultraschall-Föderation), Prof. Dieter Nürnberg (ehemaliger Präsident der Europäischen Ultraschall-Föderation) und Prof. Raoul Breitkreutz vom Wissenschaftlichen Netzwerk Ultraschall für Point-of-Care Ultraschall in Notfall- und Intensivmedizin teil. 

Ansprechperson Presse

Dr. Jenny Jörgensen
Kommunikationsmanagerin Presse
Immanuel Albertinen Diakonie
Geschäftsstelle Berlin
Am Kleinen Wannsee 5 A
14109 Berlin
Tel. +49 30 80505-843
Mobil 0173 281 09 06
jenny.joergensen@immanuelalbertinen.de

Fachliche Ansprechperson

Jonathan Nübel
Assistenzarzt (Kardiologie) und Initiator der Studie
Tel. +49 3338 694-694
jonathan.nuebel@immanuelalbertinen.de

Basisinformationen

Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg
Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg ist mit 290 Betten und knapp 800 Mitarbeitenden ein Krankenhaus der Grundversorgung mit den Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie ein Fachkrankenhaus für Herzmedizin. Insgesamt werden jährlich über 11.000 Patienten stationär und ca. 15.000 Patienten ambulant versorgt.

Das 1992 gegründete Immanuel Herzzentrum Brandenburg zählt mit seinen jährlich ca. 1.200 Operationen am offenen Herzen und mehr als 6.400 kardiologischen Eingriffen zu den führenden Einrichtungen in Deutschland. Es verfügt über vier Herzkatheterlabore, wovon eines als Hybrid-Katheterlabor ausgelegt ist, und fünf Operationssäle, einer davon ist ein hochmoderner Hybrid-OP.

Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg bildet im Verbund mit der Immanuel Klinik Rüdersdorf, dem Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg sowie dem Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel das Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB).

Weitere Informationen:
https://bernau.immanuel.de/
https://herzzentrum.immanuel.de/
https://mhb-fontane.de/
https://facebook.com/immanuel.klinikum.bernau/
https://facebook.com/HerzzentrumBrandenburg/
https://instagram.com/immanuelklinikumbernau/

Immanuel Albertinen Diakonie
Die Immanuel Albertinen Diakonie ist im Januar 2019 aus dem Zusammenschluss vom Albertinen Diakoniewerk und der Immanuel Diakonie hervorgegangen und steht für gebündelte Kompetenz für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen.

Dazu dienen Einrichtungen der stationären Krankenhausversorgung, der Altenhilfe, Hospize sowie Medizinische Versorgungszentren. Hinzu kommen die Betreuung von Menschen mit Behinderungen, Angebote unter anderem in der Suchtkrankenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und der psychosozialen Beratung. Eine hoch spezialisierte Akademie für Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Trägerschaft für eine themenverbundene Hochschulausbildung sowie Dienstleistungsgesellschaften runden das Angebot ab.

Rund 7.900 Mitarbeitende in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen erwirtschaften in fast 100 Einrichtungen einen Konzernumsatz von rund 680 Millionen Euro.

Weitere Informationen:
https://immanuelalbertinen.de
https://instagram.com/immanuelalbertinen/
https://facebook.com/immanuelalbertinen
https://youtube.com/immanuelalbertinendiakonie

Dateien:

Pressefoto: 2024-02-23 Team testet mit Patientin Ingrid Duve die neue Methode für die Studie.3,81 MB
Pressefoto: 2024-02-23 Interdisziplinäres Team führt Studie zur Herzschwäche durch, Auftakt am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg1,50 MB
 
 
 
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