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09.03.2012

Rheuma schulmedizinisch und naturheilkundlich behandeln

Das Immanuel Krankenhaus Berlin und die Techniker Krankenkasse starten das bundesweit erste Angebot einer kombinierten Behandlung von rheumatoider Arthritis mit Methoden der Naturheilkunde und der Schulmedizin.

Drei Millionen Menschen in Deutschland haben eine Rheumaerkrankung. An der rheumatoiden Arthritis leiden 800.000 Menschen. Eine Heilung dieser entzündlichen Rheumaerkrankung ist trotz vieler Fortschritte in der Rheumaforschung nicht möglich. Für die Betroffenen sind Schmerzen, zunehmende Funktionsstörungen und letztlich der Verlust der Mobilität häufig schwere Langzeitfolgen der Erkrankung. Zudem sind die notwendigen medikamentösen Therapien nicht nur sehr kostspielig, sondern im Langzeitverlauf auch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die oftmals zu einem Abbruch der Therapiemaßnahmen zwingen.

Naturheilkundliche Therapieangebote als Ergänzung


Zahlreiche Patienten mit rheumatoider Arthritis suchen aus diesen Gründen nach naturheilkundlichen und alternativen Therapieangeboten vor allem zur Ergänzung der schulmedizinischen Therapie. Eine Orientierung im alternativen Therapieangebot und eine Einstufung der wissenschaftlichen Evidenz sind für die Betroffenen jedoch schwierig. Mit dem innovativen Versorgungsangebot der Techniker Krankenkasse (TK) und des Immanuel Krankenhauses Berlin sollen die wirksamsten Verfahren der klinischen wissenschaftlichen Naturheilkunde und Alternativmedizin mit der etablierten schulmedizinischen Therapie erstmals in einem integrierten Konzept kombiniert werden. "Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit dem Immanuel Krankenhaus Berlin-Wannsee, eine bundesweit einmalige Kombinationsbehandlung aus klassischer Schulmedizin und naturheilkundlicher Therapie als Angebot für unsere Versicherten auf die Beine stellen konnten", sagt Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin. "Gemeinsam mit Professor Michalsen hat die TK das Projekt "Das Beste aus zwei Welten: Integrative Medizin bei Rheuma", entwickelt", erklärt Hertzer das neue Behandlungsangebot. "Ziel ist es, bei den Betroffenen Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern", so Hertzer weiter.

Patienten als Co-Produzenten des Therapieerfolges


Die Patienten werden in diesem Konzept bei der Aufstellung des Therapieplanes sowie weiterer Therapieentscheidungen eingebunden. So wird eine Stärkung der Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit der Versicherten und Patienten erreicht. Der Patient soll zu einem aktiven Umgang mit seiner Erkrankung im Konzept der integrativen Medizin befähigt werden.

Von Anfang an eine therapeutische Doppelspitze

„Rheumatologen und Naturheilkundler arbeiten von der ersten Minute der Behandlung an Hand in Hand“ freut sich Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin. Vom ersten Gespräch mit dem Patienten über den Beginn der Therapie bis zur weiteren Therapieentscheidungen sind jeweils ein Arzt aus der Schulmedizin und ein Arzt aus der naturheilkundlichen bzw. alternativen Medizin beteiligt. So kann garantiert werden, dass das Therapieangebot wirklich im gesamten Behandlungsprozess komplementär „das Beste aus zwei Welten“ anbietet und einbringt.

Verschiedene Therapieformen können eingesetzt werden


Ob ambulante Behandlung, tagesklinische oder stationäre Aufenthalte – in der Behandlung im Immanuel Krankenhaus Berlin ist je nach Bedarf jede Therapieform möglich. Neben den ambulanten Sprechstunden und den stationären Aufenthalten werden auch naturheilkundliche und rheumatologische Tageskliniken angeboten. So ist ein individuell zugeschnittener integrativer Therapiemix nicht nur durch die Disziplinen Schulmedizin und Naturheilkunde garantiert, sondern auch die gezielte Auswahl der Versorgungsstufe ermöglicht. Dadurch ist die größtmögliche Beweglichkeit und Teilnahme am Alltag für die Versicherten gewährleistet.

Die beste Behandlung für rheumatoide Arthritis in Deutschland


Oft werden durch eine stationäre Behandlung die Menschen aus ihrem gewohnten Lebensumfeld herausgerissen. Nach der Entlassung fehlt vielen Patienten konkrete Unterstützung, so dass sie bei der nächsten Krise wieder in der Klinik vorstellig werden - der sogenannte Drehtüreffekt tritt ein. Um die Defizite in der medizinischen Versorgung zu beheben, den negativen Kreislauf zu durchbrechen und den Erkrankten ein individuelles Therapieangebot mit selbstwirksamen Elementen der integrativen Medizin zu machen, wurde durch die Techniker Krankenkasse gemeinsam mit dem Immanuel Krankenhaus Berlin dieses Angebot einer „Kombination von Naturheilkunde und Schulmedizin für Patienten mit rheumatoider Arthritis“ ins Leben gerufen – laut Prof. Dr. Michalsen einzigartig und gleichzeitig „die beste Behandlung, die man derzeit bekommen kann – nur am Immanuel Krankenhaus in Berlin.

Neues Konzept seit dem 1. März 2012 im Immanuel Krankenhaus


Seit März 2012 kümmert sich das Immanuel Krankenhaus Berlin im Rahmen einer ganzheitlichen sektorenübergreifenden Versorgung um die Patienten.

Die Betroffenen erhalten einen festen Ansprechpartner und ein individuelles Behandlungsangebot. Hierfür werden sowohl die stationären Angebote des Krankenhauses als auch die ambulanten Behandlungsangebote gleichermaßen genutzt. Ergänzt werden diese Angebote durch teilstationäre Aufnahme in der rheumatologischen und der naturheilkundlichen Tagesklinik.
Dadurch können die Behandlungsteams, wie zum Beispiel Ärzte, Therapeuten und Psychologen besser und flexibel auf individuelle Schweregrade der Erkrankung, auf besondere Wünsche der Patienten und weitere Erfordernisse in der Therapie eingehen.

Häufigkeit von Klinikaufenthalten wird gesenkt


"Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Therapie kann so erhöht werden. Damit soll die Häufigkeit von Klinikaufenthalten gesenkt werden und die Hilfe kommt da an, wo sie gebraucht wird", erläutert Prof. Dr. Andreas Michalsen abschließend.

 
 
 

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