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13.04.2015

Lese-Tipp: Schluss mit der Voreingenommenheit gegenüber der Naturheilkunde

Prof. Dr. med. Andreas Michalsen fordert in einem Gastbeitrag in der "Freien Presse" eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde

Umfragen zeigen, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung im Krankheitsfall auch mit den Methoden der Naturheilkunde behandelt werden möchten. Doch noch immer werden Therapien aus der Alternativmedizin von den Krankenkassen gar nicht oder nur in seltenen Fällen getragen, wodurch nur wenige Patienten von einer qualifizierten naturheilkundlichen Behandlung profitieren. Ein skandalöser Zustand, findet Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin und Inhaber der Stiftungsprofessur für Naturheilkunde der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

In einem Gastbeitrag in der „Freien Presse“ fordert er ein Ende der Vorurteile und eine stärkere Integration der Naturheilkunde in das staatlich geförderte Gesundheitssystem. Die Naturheilkunde habe in Deutschland eine lange Tradition und gehe unter anderem auf die Erkenntnisse von Sebastian Kneipp zurück. Zahlreiche Verfahren, so Michalsen, seien in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich untermauert oder zeigten in der Praxis offensichtliche Erfolge.

Gegenüber der Schulmedizin und der Pharmaindustrie, die zum großen Teil staatlich finanziert seien, werde die Naturheilkunde jedoch durch das deutsche Gesundheitssystem nur wenig gefördert. Als Hauptgründe dafür sieht Michalsen vor allem die Unkenntnis und Ignoranz gegenüber den Erfolgen der Naturheilkunde. Oft würden teure und aufwendige Eingriffe wirksamen Verfahren, wie beispielsweise der Blutegeltherapie bei Kniearthrose, vorgezogen, nur weil sie gängige Denkmuster bedienen.

Eine stärke Etablierung der Naturheilkunde könne nur über einen Ausbau der Forschung und der Möglichkeiten für aufwendige Studienprojekte geschehen. Dann würden sich, so hofft Michalsen, die Diskussionen um die Wirksamkeit naturheilkundlicher Verfahren von alleine auflösen. Gerade im Hinblick auf eine immer älter werdende Gesellschaft sei eine stärkere Zusammenarbeit von Schulmedizin und Naturheilkunde unverzichtbar, um die steigenden Anforderungen an unser Gesundheitssystem auffangen zu können. Doch dazu müsse zunächst die Voreingenommenheit abgebaut werden, die im Moment noch den Weg für eine produktive und differenzierte Debatte verstelle.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel von Prof. Dr. med. Andreas Michalsen auf der Website der „Freien Presse“

Weitere Informationen zur Forschung an der Abteilung für Naturheilkunde finden Sie hier

 
 
 
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