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06.09.2011

Forschung über Ayurveda Medizin mit indischer Unterstützung

Ayurveda-Medizin ist viel mehr als nur Wellness: Das Indische Gesundheitsministerium lässt am Immanuel Krankenhaus Berlin die Traditionelle Indische Medizin Ayurveda erforschen.

Ayurveda bedeutet aus der indischen Sanskritsprache übersetzt „das Wissen vom Leben“ und ist die weltweit älteste Gesundheitslehre mit durchgehender Tradition. Die Ayurveda-Medizin ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO als medizinische Wissenschaft anerkannt. Dahinter stecken komplexe Konzepte zu Gesundheitserhaltung und Krankheitsentstehung: Veranschaulichend dargestellt wirken in jedem Menschen drei Funktionsprinzipien, die sog. Doshas – Vata, Pitta, Kapha. Sie sind jeweils für verschiedene Funktionen im Körper zuständig und sollten sich im Gleichgewicht der individuellen Konstitution befinden. Kommt es zu einem Ungleichgewicht dieser drei Funktionsprinzipien, ist die individuelle Balance gestört und man wird krank. Um die Harmonie wiederherzustellen, können in der Therapie auf individueller Basis u.a. reinigende Ausleitungsverfahren, manuelle Methoden, pflanzliche Heilmittel, Ernährungsberatung, Yoga und Meditation zum Einsatz kommen.

Wann hilft Ayurveda?

Die bisher vorliegenden Erfahrungen und erste wissenschaftliche Daten lassen darauf schließen, dass Ayurveda vor allem bei chronischen Krankheiten wie Arthrose, Rheuma, Magen-Darm-Erkrankungen, Schmerzsyndromen, neurologischen Erkrankungen und Allergien zu empfehlen ist. Darüber hinaus eignet sich Ayurveda aufgrund seiner ganzheitlichen Herangehensweise auch ausgesprochen gut für die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen, Burnout-Syndrom und chronischen Erschöpfungszuständen. Zudem verfolgt die Ayurveda-Medizin vor allem auch das Ziel, Krankheit gar nicht erst entstehen zu lassen, sondern individuelle Gesundheit auf Dauer zu erhalten und könnte daher ein vielversprechender Ansatz zur Prävention der großen Zivilisationskrankheiten sein.

Neue Studienteilnehmer gesucht

Auch in der medizinischen Forschung scheint ein Durchbruch für Ayurveda absehbar. Zunehmend wird weltweit nun auch an medizinischen Universitäten systematische Forschung zu Ayurveda begonnen und Berlin nimmt dabei eine zentrale Rolle ein: Am Immanuel Krankenhaus Berlin wird zum Beispiel seit 2010 ein vom indischen Gesundheitsministerium gefördertes Forschungsprojekt zur Wirksamkeit von Ayurveda bei Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) durchgeführt. Dieses Forschungsprojekt wird nach den modernsten Standards wissenschaftlicher Leitlinien durchgeführt und wird wegweisend für zukünftige Ayurveda-Forschung sein. Nach einer erfolgreichen Pilotphase mit den ersten 60 Patienten werden zur Zeit wieder neue Studienteilnehmer gesucht. Darüber hinaus sind im Rahmen der Hochschulambulanz-Sprechstunde für Naturheilkunde auch reguläre ärztliche Ayurveda-Konsultationen möglich.

Ihr Ansprechpartner

Dr. med. Christian Kessler
Abteilung Naturheilkunde
Immanuel Krankenhaus Berlin
Königstraße 63
14109 Berlin
T: 030 80505-264
c.kessler@immanuel.de

 
 
 
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