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01.03.2023

„Trinken vor der OP?!“ – ein neues Konzept

Das Immanuel Krankenhaus Berlin führt ab 1. März neue Nüchternheitsregeln vor einer OP ein, wonach das Trinkverhalten vor einer OP individuell festgelegt wird.
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Bisher war allseits geläufig, dass für operative Eingriffe strenge Nüchternheitsregeln zwingend erforderlich sind. Doch eine aktuelle Studie bestätigt, dass die Flüssigkeitsaufnahme vor Operationen von Vorteil und somit ausdrücklich erwünscht ist.

Das Immanuel Krankenhaus Berlin führt ab 1. März neue Nüchternheitsregeln vor der OP ein.
In einer aktuellen Studie des Helios Klinikum Emil von Behring konnte gezeigt werden, dass sich gesundheitliche Risiken nach operativen Eingriffen erhöhen, wenn zu lange auf eine Flüssigkeitsaufnahme verzichtet wurde. Deshalb haben Chefärztin Dr. med. Maria do Vale-Candeias-Reuther und Leitende Oberärztin Dr. med. Karin Weimann zusammen mit ihrem Team der Anästhesiologie und Schmerzmedizin individuelle Nüchternheitskarten eingeführt, damit die Patientinnen und Patienten nicht mehr unnötig lang vor einer OP nüchtern bleiben müssen.

Die Vorteile Wasser und klare Flüssigkeiten bis kurz vor der OP trinken zu können sind:
  • Verringerung des Risikos postoperativer Komplikationen
  • Reduzierung von Unwohlsein und Durstgefühl
  • Verringerung des Stressgefühls
  • Stabilisierung des Blutdrucks
  • Erleichterung der Anlage von venösen Zugängen
  • Reduktion postoperativer Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen

Wichtig ist, dass das Trinkverhalten vor einer OP individuell festgelegt wird. Die Patientinnen und Patienten erhalten im Gespräch mit den Anästhesistinnen genaue Anweisungen und eine persönliche Nüchternheitskarte. Auf dieser ist vermerkt, was und wie viel getrunken werden darf. Diese Karten sind nach einem Ampelmodell gestaltet – grün, gelb und rot. Je nachdem, um welche Art oder auch mögliche Vorerkrankung es sich bei den Patientinnen und Patienten handelt, wird eine entsprechende Karte im anästhesiologischen Aufklärungsgespräch ausgehändigt. Die Farbe legt fest, bis wann eine Patientin oder ein Patient noch trinken darf. Damit die betreuenden Pflege- und Servicekräfte über das jeweilige Trinkverhalten informiert sind, ist die entsprechende Farbkarte am Tag der Operation auch am Bett der Patientinnen und Patienten angebracht. Um für die Erläuterungen auf den Karten für alle verständlich zu machen, sind sie auf der Rückseite auch auf Englisch, Russisch, Arabisch und Türkisch abgedruckt.

Zur Studie: Anne Rüggeberg, Eike Nickel, Helios Klinikum Emil von Behring, Berlin, „Trinkerhalten von Patienten, die ‚bis Abruf in den OP‘ trinken dürfen“

Mehr Informationen zur Anästhesiologie, Intermediate Care und Schmerztherapie am Immanuel Krankenhaus Berlin

 
 
 
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