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04.06.2012

Diabetes – Eine Volkskrankheit mit vielen Facetten!

Experten-Rat beim Bernauer Diabetikertag

„Von Kopf bis Fuß auf Diabetes eingestellt“ waren die Besucher des 10. Bernauer Diabetikertages. Eingeladen dazu hatte das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg gemeinsam mit dem Deutschen Diabetikerbund und der Diabetologischen Schwerpunktpraxis Christiane Schade. An die hundert Interessierte nutzten am Sonnabend die Gelegenheit, sich über die Volkskrankheit Diabetes mellitus und Therapiemöglichkeiten zu informieren.

„Erstaunlich viele junge Leute sind gekommen und haben ihren Blutzucker messen lassen“, so das Fazit von Schwester Carola. Einige davon begleiteten ihre Großeltern und informierten sich dann auch gleich selbst über die Zuckerkrankheit. Zu früh ist da allemal besser als zu spät, erkranken doch immer mehr Menschen daran. Schätzungsweise acht Millionen Bundesbürger sind mittlerweile von Diabetes betroffen. Etwa 95 Prozent der Diabetiker leiden unter Typ-2-Diabetes. Hauptrisikofaktoren dafür sind Übergewicht, kalorienreiche Ernährung und Bewegungsmangel. Gesunde Lebensweise ist also die beste Vorbeugung.

Groß ist das Interesse, mehr darüber und über das Leben mit der Krankheit zu erfahren. Beim Diabetikertag gab es jede Menge Informationen und Tipps für Betroffene, Angehörige und andere Interessierte.

Christel und Hans Maßnick waren extra aus Charlottenburg angereist, um die Vorträge der Bernauer Diabetesexperten zu hören und sich an den Firmenständen zu informieren. Und die Fahrt habe sich gelohnt.

Über die bei Diabetikern häufigen Fettstoffwechselstörungen sprach Oberarzt Dr. Thomas Schau. „Aufgrund des hohen Gefäßrisikos sollten diese Störungen mit einer Änderung des Lebensstils und Medikamenten behandelt werden. Außerdem sollten Diabetiker einmal jährlich ihre Blutfettwerte kontrollieren lassen“, riet der Experte.

Obwohl Stammgast beim Diabetikertag nahm auch Dorothea Bartsch aus Wandlitz wieder neues Wissen mit nach Hause. Besonders interessant sei der Vortrag über das gefährliche, unbekannte Gespann Diabetes und Parodontitis gewesen. „Eine Entzündung des Zahnhalteapparates kann zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte führen und umgekehrt können schlechte Blutzuckerwerte zu Parodontitis führen“, erläuterte Oberarzt Udo Schwill. Diabetiker mit Parodontitis hätten außerdem ein wesentlich höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies war auch für Sigrid Heinz aus Bernau neu, die aus der Zeitung vom Diabetikertag erfahren hatte, das erste Mal dabei war, aber im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen will.

Was für und was gegen eine Insulinpumpe spricht, erläuterte gut verständlich die Bernauer Diabetologin Christiane Schade. Die Pumpe sei nicht für jeden Patienten die geeignete und ideale Therapie. „Diabetologie ist etwas sehr individuelles und muss wie ein Kleid maßgeschneidert werden“, so die niedergelassene Ärztin.

Beifall gab es auch für die schwung- und humorvollen Vorträge der Diabetesberaterinnen Nicole Jonas und Sandra Zips und des Physiotherapeuten Frank Willimsohn, in denen sich alles um die Füße und Bewegung drehte. Dem Motto des Tages „Von Kopf bis Fuß auf Diabetes eingestellt“ wurden die Veranstalter mit dem Vortragsreigen also bestens gerecht.

Wer sich mit anderen Diabetikern über das Leben mit der oft unterschätzten Krankheit und ihre nicht selten schlimmen Folgen austauschen möchte, ist in die Bernauer Selbsthilfegruppen eingeladen. Die für Typ-1-Diabetiker trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat um 18 Uhr und die für Typ-2-Diabetiker jeden ersten Montag im Monat um 14 Uhr im Bernauer Treff 23 an der Breitscheidstraße. Neue Mitglieder sind dabei jederzeit willkommen.

 
 
 

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