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09.10.2020

Lese-Tipp: Herr Heinrich kann nicht schlafen

In einem Artikel in der Berliner Zeitung schreibt Psychiater Samuel Thoma über die Herausforderungen einer modernen Medizin, dem Menschen in seiner Endlichkeit gerecht zu werden.

„Im Versorgungsalltag verlieren sich Ärzte und Patienten in einem Apparat, der für jede Diagnose eine Therapie und eine Pille kennt. Was aber ist mit den Menschen?“, fragt ein Psychiater in einem Artikel in der Berliner Zeitung. Moderne Medizin behandele den Menschen oft wie eine Maschine mit vielen Einzelteilen, die jeweils repariert werden können und sollen. Auch in der Psychiatrie gebe es ständig neue diagnostizierbare Erkrankungen und Behandlungsmethoden.

In seinem Artikel „Verloren in Diagnosen: Herr Heinrich kann nicht schlafen“ setzt sich Dr. phil. Samuel Niklas Thoma, Assistenzarzt an der Hochschulklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in der Immanuel Klinik Rüdersdorf, anhand eines fiktiven Falls mit der Frage auseinander, ob das bestehende Gesundheitssystem dem einzelnen Patienten gerecht werden kann.

„Was, wenn Herr Heinrich eine aus vielen Organen bestehende Maschine wäre, die langsam zu stottern beginnt. Für jedes Organ gibt es Diagnosen, Therapien, Medikamente und natürlich Spezialisten, die sich darum kümmern.“ Alles werde gemessen, digitalisiert und dokumentiert. Denn nur was dokumentiert werde, könne auch abgerechnet werden.

Dabei bleibe die Erkenntnis der Endlichkeit des Menschen oft auf der Strecke. Doch gerade in Zeiten der Coronapandemie rückt die Sterblichkeit und Verwundbarkeit in den Fokus. Das Gesundheitssystem brauche Endlichkeitsprofis, die darüber sprechen, was die Medizin nicht leisten kann.
Wie der Fall eines Patienten mit Depressionen und Schlafstörungen mit diesen existenziellen Fragen eines Arztes zusammenhängt, lesen Sie im Artikel.

 
 
 

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