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18.10.2022

Einrichtungen der Immanuel Diakonie Südthüringen feiern Erntedankfest

Die Behinderten- und Suchtkrankenhilfe der Immanuel Diakonie Südthüringen begingen Erntedank gemeinsam auf dem Röthof in Schmalkalden.
Immanuel Diakonie Südthüringen - Erntedankfest auf dem Röthof

Aus Schmalkalden kamen zahlreiche Gäste zum gemeinsamen Erntedankgottesdienst auf dem Röthof.

Für die herbstliche Dekoration des Röthof sorgten dessen Bewohnerinnen und Bewohner.

Pfarrerin Sandra Reinhardt beim Erntedankgottesdienst.

Trotz der Trockenheit und der Hitze auch in diesem Sommer konnte genug Heu eingefahren werden, um die Tiere auf dem Röthof im Winter zu versorgen.

Robert Schreiber, am Keyboard, ist Bewohner des Immanuel Lebenszentrum am Eichenrain und macht leidenschaftlich gern Musik. Begleitet wird er hier von Anja Grabowski (sitzend) und den Mitarbeitenden Karsten Sommer und Jana Völker.

„Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder…“

Dieses Lied sangen am vergangenen Sonntag alle Gottesdienstbesucher gemeinsam bei strahlendem Sonnenschein. Mehrere Einrichtungen der Immanuel Diakonie Südthüringen begingen Erntedank gemeinsam mit einem Freiluft-Gottesdienst hoch oben über der Stadt Schmalkalden auf dem Röthof. Dieser Gottesdienst war außergewöhnlich: Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden aus dem Immanuel Lebenszentrum in der Aue, dem Immanuel Lebenszentrum Am Eichenrain und dem Immanuel Therapiezentrum Röthof feierten zahlreiche Gäste aus der Stadt diesen besonderen Sonntag.

Die Bewohner des Immanuel Therapiezentrum Röthof, einer Einrichtung der Suchtkrankenhilfe, übernahmen die komplette Ausgestaltung: Sie haben Kuchen gebacken, Bänke und den Herbstmarkt aufgebaut, den Röthof herbstlich dekoriert und die Gäste versorgt. Die Bewohnerinnen und Bewohner aus den Immanuel Lebenszentren am Eichenrain sowie in der Aue erfreuten die Anwesenden mit ihrer Musik.

Zu den Musikern zählte etwa Arthur Thetmeyer, der seit nunmehr 72 Jahren in Einrichtungen der heutigen Immanuel Diakonie Südthüringen wohnt. Bis Anfang der 1990-er Jahre lebte und arbeitete er auf dem Röthof in der Milchproduktion mit. In der Regel begann dort sein Arbeitstag morgens um halb vier. In seiner Freizeit und zu feierlichen Anlässen spielt er gerne auf der Mundharmonika oder dem Akkordeon. Arthur ist immer noch gut zu Fuß unterwegs und erfreut sich bester Gesundheit. Von Montag bis Freitag besucht er die Seniorentagesstätte im Immanuel Lebenszentrum in der Aue.

Bei fast allen Gottesdiensten und Festen in der Behindertenhilfe der Immanuel Diakonie Südthüringen dabei ist auch Robert Schreiber, der seit 14 Jahren in einer Wohngemeinschaft im Immanuel Lebenszentrum am Eichenrain sein Zuhause hat. Von Montag bis Freitag geht er einer Beschäftigung in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Trusetal nach. Zuvor wurde er im Blindeninstitut in Schmalkalden betreut und gefördert. Seit vielen Jahren besucht er wöchentlich gerne und mit großem Erfolg die Musikschule in Schmalkalden. Auftritte zu den verschiedensten Anlässen sind für ihn immer eine große Freude. Am Keyboard nimmt er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einer Prise Humor in seine Welt der Töne und Harmonien mit.

Ebenfalls gerne auf der Bühne ist Anja Grabowski. Sie singt für ihr Leben gern und ist Fan von Helene Fischer und Florian Silbereisen. Wenn sie diese Namen oder Lieder der beiden hört, dann stehen ihr Glück und Lebensfreude förmlich ins Gesicht geschrieben. Seit über zehn Jahren hat sie ihren Lebensmittelpunkt in einer Wohngemeinschaft im Immanuel Lebenszentrum am Eichenrain. Dort kann sie ihre künstlerischen Ambitionen zur Freude ihrer Mitbewohnerinnen und Mitbewohner und der Mitarbeitenden gut ausleben. An Feierlichkeiten jeder Art und Gottesdiensten nimmt sie ausgesprochen gerne aktiv teil. Wichtig sind ihr auch regelmäßige Familienkontakte und ihre Beschäftigung in der Werkstatt in Trusetal.

Der Röthof ist ein altes, 52 Hektar großes und in ökologischer Landwirtschaft betriebenes Bauerngut. Die Predigt der Pfarrerin Sandra Reinhardt zum Erntedankgottesdient beschäftigte sich daher nicht nur sinnbildlich mit den Themen Ernte und Brot. Auf dem Röthof ist der Umgang mit der Natur, das Leben in und mit den Jahreszeiten sowie das Erzeugen von Lebensmitteln alltäglich erlebbar.

Auszug aus der Predigt von Sandra Reinhardt:
Brot ist ein besonderes Lebensmittel. Es ist Mittel zum Leben. Brot entsteht durch Verwandlung. Erst muss das einzelne Korn sterben und in die Erde fallen, damit aus einem viele werden. Aus den vielen neu geernteten Körnern wird Mehl gemahlen. Aus dem Mehl macht der Bäcker den Teig. Er muss geduldig warten, bis der Sauerteig alles durchdrungen hat, dann Brotleibe formen und backen. Ich habe es schon einmal selbst probiert. Ganz schön schwierig. Die Temperatur muss die richtige sein, damit die Kruste knusprig und der Teig durchgebacken ist. Der Weg bis in unsere Hände ist lang und schwierig. Letztlich versorgt uns Gott. In der biblischen Geschichte vom Manna, das vom Himmel fällt und die Israeliten auf ihrer Wanderung durch die Wüste speist, wird deutlich, dass Gott für uns sorgt und dass genug für alle da ist. Wir Menschen jedoch gehen mit dem, was Gott uns anvertraut hat, oft achtlos um, horten es und verteilen es auf ungerechte Art und Weise. In der Geschichte sollte jeder nur so viel sammeln, wie er für einen Tag brauchen würde. Alles andere wurde schlecht. Jeden Morgen müssten die Menschen wieder in die Wüste ziehen und Brot einsammeln. Kein Vorrat. Kein voller Brotkorb. Jeden Tag abhängig von Gott. Und der hat nicht enttäuscht.

Wenn das Brot für den Alltag steht, dann steht der Wein für den Festtag. Gemeinsam Feste feiern – das verbindet uns. Es gibt Farbe ins Alltagsgrau. Wir dürfen im kleinen feiern: Sechs Tage arbeiten und dann den Sonntag genießen. Kraft sammeln für die nächsten Arbeitstage. Zeit für mich und in der Gemeinschaft haben. Unterschiedlich sein können, stark und schwach sein dürfen. Kein Brot gleicht dem anderen, wenn es ein Bäcker per Hand formt. Keine Traube am Weinstock gleicht der anderen, die eine ist größer, die andere dafür süßer. Beim gemeinsamen Feiern darf unser ständiges Vergleichen zur Ruhe kommen.

Auch auf dem Röthof sind wir alle, Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Mitarbeitende, dankbar. Trotz Dürresommer und langer Trockenheit konnten wir 280 Ballen Heu in bester Öko-Qualität einfahren. Mehr als reichlich Futter für all unsere Tiere. Gute Ernte hatten wir auch bei Pflaumen und Birnen. Äpfel konnten wir leider nicht so viele pflücken. Sie litten besonders unter der langen Hitzeperiode und fielen schon vor der eigentlichen Reife von den Bäumen.

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